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FDH-Diät – darum funktioniert sie nicht!

Die berühmte „Friss die Hälfte (FDH) Diät“

Wer kennt ihn nicht, diesen berühmten Satz: „(Fr)iss die Hälfte!“. Nur leider funktioniert das mit der Hälfte (fr)essen nicht wirklich, denn spätestens nach drei Wochen fühlt man sich dauermüde, schwach, und die Gelüste auf Fett, Kohlenhydrate und allem, was dick macht wenn man zu viel davon isst, werden immer drängender!

Folgendes Szenario kommt Ihnen vielleicht bekannt vor: „Läge da nur nicht die  Schokolade herum… Offen ist die Verpackung auch noch, sieh nur, da grinst ein Rippchen Schokolade mich verführerisch an… Ich esse nur ein kleines Stück… Und noch eins… Und… Huch – wo ist denn die Schokolade hin?!?“

Fühlen Sie sich ertappt? Gut, denn das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Es ist vollkommen normal, dass man nach 3 Wochen Dauerdiät schwach und anfällig wird für die süßen und die salzigen Versuchungen gleichermaßen. Es heißt nicht umsonst: „Der Körper holt sich, was er braucht!“ Und das stimmt auch!

Warum aber funktioniert die FDH-Diät nicht?

Stellen Sie sich einmal einen Verbrennungsmotor vor, der im Schnitt 9 Liter auf 100 Kilometer verbrennt, während Sie stabil mit 130 – 160 km/h auf der Autobahn dahinfahren. Das hat jahrelang ganz gut funktioniert, und nun beschließen Sie, Ihr Verbrennungsmotor darf jetzt nur noch die Hälfte verbrennen, muss aber die selbe Leistung bringen. Dass das ohne Extremes Chiptuning nicht funktionieren wird, muss Ihnen wohl niemand erklären, vermutlich haben Sie gelacht und gedacht: „Ist doch logisch, wie soll das denn bitte funktionieren?“

Nun – aber bei Ihrem Körper ist es Ihnen offenbar nicht ganz einleuchtend erschienen, zumindest bisher – oder?

Viele Menschen gehen von der Vorstellung aus, dass der Körper ja nun das überschüssige Fett verbrennt, weil er ja nur die Hälfte an Nahrung zugeführt bekommt. Und zumindest die ersten paar Tage und vielleicht noch die zweite Woche fühlen Sie sich gut dabei. Grund dafür ist der Effekt der nun eintretenden „Ketase“. Dies ist der Zustand des Körpers, wenn er Fettreserven verbrennt und der Insulinspiegel immer gleichbleibend hoch ist. Dieser „Ketase-Effekt“, wie er auch von Keto-Diät Gurus gerne angepriesen wird, nicht, ohne Ihnen vermeintliche „Fatburner“, andrehen zu wollen, bestehend aus Grüntee-Extrakt, exotischen Pfeffersorten, Koeffein, Guarana, Guarkernmehl und mikrokristalliner Cellulose, die sich in Ihrem Magen ausbreitet wie Bauschaum in Wandritzen, hält jedoch nur ein paar Tage an.

Dann fährt der Körper in den „Notstandsmodus“, wie ich ihn gerne nenne. Ihr Gehirn hat realisiert, dass Ihrem Körper über einen längeren Zeitraum als bisher gewohnt, keinerlei Mineralstoffe, Aminosäuren, Ballaststoffe, Spurenelemente und Vitamine mehr zugeführt wurden, und wenn, dann bei Weitem nicht in der Menge, in der sie sie benötigen würden.

In Folge dessen gibt Ihr Gehirn das Signal, den Stoffwechsel herunterzufahren. Das heißt im Klartext: Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich, es wird weniger Fett verbrannt als eigentlich notwendig wäre, um Ihnen genügend Energie zu liefern. So langsam muss Ihr Körper auch Gewebeschäden reparieren, und dafür werden Aminosäuren und Spurenelemente benötigt. Da Ihr Körper aber von Ihnen leider nicht genügend davon bekommt, stellt Ihr Gehirn nun Prioritäten auf: Organe werden zuerst repariert, inklusive Gehirn. Danach kommt die Haut dran, Nerven, Knorpelgewebe. Und an letzter Stelle Ihre Muskulatur, diese wird nämlich nun abgebaut, um die priorisierten Organe und Knorpelgewebe aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig fährt Ihr Gehirn die Produktion von Serotonin zurück, eben dem Botenstoff, der ansonsten bei Ihnen für gute Laune sorgt. Darum werden Sie langsam missgestimmt und werden schneller wütend. Anstelle von Serotonin wird aber nun vermehrt Melatonin ausgeschüttet, und das am hellen Tag! Melatonin wird umgangssprachlich das „Schlafhormon“ genannt und sorgt dafür, dass Sie sich mit schwindendem Tageslicht langsam müde fühlen. Da dieses aber nun am hellen Tag ausgeschüttet wird, fühlen sie sich müde, schlapp, würden gerne schlafen. Ihr Körper macht dies, um Energie zu sparen, denn auch wenn Sie es wissen, dass Sie in vier Wochen wieder normal essen – Ihr Gehirn begreift dies nicht, egal wie oft Sie dies denken. Ihr Gehirn ist nämlich nicht dazu geschaffen, einen Langzeitplan für Ihren Stoffwechsel zu erstellen, sondern Ihr Gehirn arbeitet nach folgendem Muster: Erkennen des Ist-Zustandes – Reaktion – Aktion!

„Ziemlich primitiv“, könnte man nun denken, aber genau das ist es.

Fazit: Es macht keinen Sinn, die Hälfte zu essen, nur, um ein paar Kilo Fett abzunehmen, gleichzeitig Muskelmasse abzubauen, danach in Folge der verminderten Muskelmasse einen niedrigeren Kalorienbedarf und mehr Appetit zu haben, und durch den nun eintretenden „Jojo-Effekt“ genau das wieder zuzunehmen, was Sie abgenommen haben! Daher ist „FDH“ für die Tonne und eigentlich nur unnötige Quälerei für Sie. Denn auch eine Zellentgiftung findet während einer FDH-Diät nicht statt, im Gegenteil: Durch den verminderten Stoffwechsel werden auch Schlacken und Stoffwechselreste nicht vollständig aus den Zellen entfernt.

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