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Vitamin B

Vitamin B

Vitamin B ist eine Vitamingruppe aus 8 Vitaminen:

Vitamin

– B1   Thiamin

– B2   Riboflavin

– B3   Nicotinsäure (auch: Niacin)

– B5   Panthotensäure

– B6   Sammelbezeichnung für – Pyridoxin

                                               – Pyridoxamin

                                              – Pyridoxal

– B7   Biotin (auch: Vitamin H)

– B9   Folsäure (auch: B11, Vitamin M)

– B12 Cobalamin

Gerade bei den B – Vitaminen wird ein sehr großer Hype gemacht, es ist ein Milliardengeschäft. Die wenigsten Vitamin B Präparate jedoch sind sinnvoll, da entweder wechselseitig beeinflusste B Vitamine fehlen oder die Vitamin B Dosen untereinander nicht im Gleichgewicht sind.

Beispiel Vitamin B12:

Vitamin B12 wird eine konzentrationssteigerne Wirkung im Gedächtnis nachgesagt, was im Grunde auch stimmt. Doch die supplementierung von Vitamin B12 an und für sich ist nutzlos, wenn nicht bereits ein Mangel vorliegt, was auf Grund der enorm niedrigen Dosen, die Menschen an Vitamin B12 täglich brauchen, nahezu unmöglich ist. Sollte dennoch ein Vitamin B12 Mangel vorliegen, liegt das meist entweder an einer Resorptionsstörung, dessen Folge eine Störung der Blutbildung und eine neurologische Störung, sind, oder aber an jahrelanger veganer und nicht ausreichender Ernährung. Vitamin B12 ist in hohen Dosen in tierischen Produkten enthalten, jedoch kaum in Pflanzenprodukten. Pflanzenprodukte mit einem relativ hohen Gehalt an Vitamin B12 sind z.B.:

– Nori Alge

– Shitake Pilze getrocknet (Tägl. Aufnahme um Bedarf zu decken: etwa 50g)

– angereicherte Lebensmittel wie z.B. Säfte, Frühstückscerealien, Sojamilch)

Bei veganer Ernährung ist es dringend Empfehlenswert, Vitamin B12 zu supplementieren, bei tierischer oder gemischter Ernährung hingegen bei einem gesunden, aktiven Menschen nicht nötig.

Erste Anzeichen eines Vitamin B – Mangels sind:

– verminderte Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

-erhöhte Infektanfälligkeit

Diese Anzeichen sind leicht mit einer normalen Befindlichkeitsstörung zu verwechseln, weshalb ein Mangelzustand meist lange nicht entdeckt wird.

Diese Funktionen haben die B Vitamine:

B1, Thiamin, sorgt als Coenzym unter anderem für den Abbau von Kohlenhydraten, sodass Energie insbesondere für Gehirn und Nervensystem zur Verfügung steht.

B2, Riboflavin-5-Phosphat, ist als Bestandteil der Coenzyme Flavinmononucleotid (FMN) und Flavinadenindinucleotid am zellulären Energiestoffwechsel und an den Protein-, Fett und Kohlenhydratstoffwechseln beteiligt. Außerdem ist es unter anderem auch für die Glutathionsynthese wichtig. Glutathion ist eines der wichtigsten Antioxidantien unseres Körpers.

B3, Niacin, Nicotinamid, ist ein Baustein für die Coenzyme NAD+ und NADP+ und deswegen wichtig für die Funktion von mehr als 200 Enzymen, unter anderem beim Energiestoffwechsel. B3 ist relevant für Gehirn und Nervensystem, zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels und für die Durchblutung, die Hormonsynthese und den Glucosestoffwechsel. Außerdem spielt B3 eine wichtige Rolle bei der Bildung von roten Blutzellen und beim DNA-Schutz. Die Flush-freie Variante, Inositolhexanicotinat, eignet sich für dieselben Anwendungsbereiche, dies aber mit weniger bis gar keinen Nebenwirkungen.

B5, Pantothensäure, spielt eine essenzielle Rolle im Zellstoffwechsel und ist in Form von Coenzym A (CoA) an der Erzeugung von Energie aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen beteiligt. B5 ist ein Präkursor von CoA, einem Cofaktor in mehr als 70 Stoffwechselprozessen. Zu den Indikationsgebieten zählen unter anderen Hypercholesterinämie, rheumatoide Arthritis und Stress.

B6, Pyridoxal-5-Phosphat (P5P), besteht aus verschiedenen Verbindungen, von denen P5P die biologisch aktive Form ist. P5P ist als Cofaktor von mehr als 140 Enzymen an vielfältigen biochemischen Reaktionen beteiligt, darunter zum Beispiel an den Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechseln. Eine Defizienz kann Hyperhomocysteinämie verursachen und dadurch unter anderem zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen führen. Ein marginaler Vitamin-B6-Status (P5P-Spiegel 20-30 nmol/l) oder Vitamin-B6-Mangel bleiben meist unbemerkt, können aber auf Dauer zur Entwicklung diverser chronischer Krankheiten beitragen.

B7, Biotin, ist ein Coenzym für 5 Carboxylasen, Enzyme, die eine Carboxylgruppe übertragen. Diese Enzyme spielen eine wichtige Rolle bei der Fettsäuresynthese, bei der Gluconeogenese, beim Aminosäurekatabolismus und bei der Freisetzung von Energie aus der Nahrung (Citronensäurezyklus). Vitamin B7 ist wichtig für viele Anwendungsbereiche.
B12, Methyl- und Adenosylcobalamin, ist essenziell für Gehirn und Nervensystem. Es ist an der Blutbildung (Cofaktor für die Bildung von Hämoglobin) und die Erzeugung von Energie aus Fetten und Proteinen beteiligt. B12 tritt in unterschiedlichen Cobalaminformen auf, wobei die Umwandlung bei den meisten komplex und ineffizient verläuft. Bei Methyl- und Adenosylcobalamin ist dies nicht der Fall. Die am häufigsten auftretende Ursache von Defizienz ist ein Mangel an intrinsischem Faktor (IF). Ein Mangel kann zu vielfältigen (neurologischen) Gesundheitsstörungen führen. 

Verkürzt lässt sich sagen, dass sich B-Vitamine wechselseitig gegenseitig beeinflussen. So wird zum Beispiel für die Verwertung von Vitamin B12 gleichzeitig Vitamin B7 benötigt. Denn Vitamin B12 und Biotin wirken gemeinsam in den Mitochondrien. Die Mitochondrien sind die „Kraftwerke“ unserer Zellen: Dort wird in einer Reihe von Reaktionen, die als Citratzyklus / Tricarbonsäurezyklus bezeichnet werden, die Energie für unseren Körper produziert. Biotin und Vitamin B12 – in der Form Adenosylcobalamin – wirken dabei als Coenzyme in zwei direkt aufeinanderfolgenden Stoffwechselschritten. Die Biotin-abhängige Reaktion liefert dabei den Ausgangsstoff für die B12-abhängige Reaktion. Ohne eine ausreichende Versorgung mit Biotin kann das Vitamin B12 als Adenosylcobalamin daher nicht wirken. Folsäure ist der engste direkte Partner des Vitamin B12. Vitamin B12 ist dafür verantwortlich, Folsäure nach verschiedenen Reaktionen wieder in ihre bioaktive Form zurück zu verwandeln – und so zu reaktivieren. Ohne Vitamin B12 erleidet der Körper schnell einen funktionellen Folsäure-Mangel, da die Folsäure in einer für den Körper unbrauchbaren Form feststeckt. Es ist zwar genügend Folsäure vorhanden, sie kann aber nicht verwertet werden. Andersherum braucht auch das Vitamin B12 die Folsäure: In der entsprechenden Reaktion gibt die Folsäure (genauer: Methyltetrahydrofolat) eine Methlygruppe an Vitamin B12 ab, wodurch letzteres zu reagiert. Das Methylcobalamin gibt die Methylgruppe daraufhin an Homocystein weiter, wodurch dieses in Methionin umgewandelt wird. Eine weitere Wechselwirkung betrifft die Umwandlung von Vitamin B12 in seine bioaktiven Coenzym-Formen: Der Körper kann nur die B12-Formen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin direkt verwerten, während alle anderen Formen von Vitamin B12 erst umgewandelt werden müssen. Diese Umwandlungsschritte sind abhängig von den B-Vitaminen Vitamin B2 und B3. Im Falle einer Behandlung mit hohen Dosen von Cyanocobalamin oder Hydroxocobalamin kann es deshalb sinnvoll sein, diese Vitamine ebenfalls zu ergänzen oder ihre Aufnahme bei der Ernährung zu berücksichtigen.

Besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine zusätzliche Supplementierung von Vitamin B im Gesamtkomplex durchaus sinnvoll, allerdings nach Rücksprache und Abstimmung mit dem betreuenden Arzt.

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